Ich arbeite jetzt ja schon eine ganze Weile mit Eric zusammen und bis gestern habe ich ihn immer als arroganten Schnösel wahrgenommen, der sich für etwas Besseres hält. So einer, der immer alles gleich ins Lächerliche ziehen muss. So einer – und das ist mir natürlich besonders übel aufgestoßen – für den die gemütliche Weihnachtszeit nichts weiter als eine nervige Kitschveranstaltung ist.

Gestern Abend habe ich ihn dann aber durch einen kuriosen Zufall von einer ganz anderen Seite kennengelernt.

Kurioser (und peinlicher!) geht’s eigentlich gar nicht: Durch den unwahrscheinlichsten aller Zufälle sind ausgerechnet wir zwei gleichzeitig in der gleichen Sauna gelandet … und hockten dann eine gute viertel Stunde bei 85 Grad nackt nebeneinander und haben uns einen abgeschwitzt.

Megapeinlich! Aber eigentlich nur im ersten Mo- ment. Relativ schnell kam eine nette Unterhaltung in Gang – vielleicht war’s der Glühweinaufguss, der sei- ne Wirkung entfaltet hat, vielleicht legt man aber auch in seinem Adams- bzw. Evakostüm alle Rollen ab, die man sonst so spielt. Keine Ahnung.

Wir haben danach noch zusammen ein Glas Wasser getrunken und weitergeplaudert – es war ganz und gar nicht der neunmalkluge, besserwisserische Eric von der Arbeit, der da am Tresen im Bademantel neben mir saß, sondern ein richtig sympathischer Eric.

Zum Schluss meinte er, wir könnten ja bei Gelegenheit mal außerhalb der Arbeit und außerhalb der Sauna etwas zusammen trinken.

Ich weiß nicht, ob er es wirklich so gemeint hat, aber bei mir kam es so an, als wollte er mich auf ein Date einladen. Habe vorsichtshalber mal etwas Unverbindliches geantwortet.

Alexa, spiel „Baby, It’s Cold Outside“.