Die Weihnachtsfilmkur hat ihren Dienst erfüllt – bin wieder auf dem Damm und bereit für die zweite Hälfte der Vorweihnachtszeit.

Als ich heute Morgen auf der Arbeit angekommen bin, hat meine gute Laune aber direkt einen Dämpfer bekommen: Meine Tastatur musste ich erst mal unter einem riesigen Aktenberg freischaufeln. Alles noch für dieses Jahr!

Dass vor den Feiertagen immer so ein Terminwahnsinn ausbrechen muss – als gäbe es kein Morgen.

Von Advent, Besinnlichkeit und innerlicher Vorbereitung auf das Weihnachtsfest scheinen die Arbeitsverteiler hier noch nie was gehört zu haben.

Andererseits war es mir gar nicht so unrecht, dass ich viel zu tun hatte. So konnte es mir keiner der Kollegen (auch Eric nicht) krumm nehmen, dass ich den Smalltalk heute kurz hielt.

Kurz vor Feierabend startete Eric aber einen vorsichtigen, fast schon schüchternen Versuch, mich in ein Gespräch zu verwickeln. Erst druckste er etwas herum, dann kam er aber raus mit der Sprache: Ob ich nicht Lust hätte, heute Abend mit auf das Luciafest zu kommen.

Ich hatte mir eigentlich ganz fest vorgenommen, ihm höflich, aber bestimmt einen Korb zu geben, egal mit welcher Einladung er auch kommt. Nicht weil ich ihn nicht mag, im Gegenteil. Es ist einfach … ein Arbeitsflirt ist einfach nichts für mich.

Aber auf das Luciafest der schwedischen Kirche will ich schon seit Jahren. Und immer ist irgendwas dazwischengekommen. Sein Vorschlag (wie immer er auch darauf gekommen ist) hat bei mir also voll ins Schwarze getroffen.

Und ich hab’s keinen Moment bereut, dass ich mit bin.

Der Augenblick, wenn die Lichter in der Kirche ausgehen und die Lucia-Mädchen in ihren weißen Gewändern und mit weißen Kerzen einmarschieren und dazu dieses wunderschöne schwedische Lied singen – das ist einfach so festlich und bewegend. Ich hatte ganz nasse Augen.

Und Eric verwandelt sich so langsam von einem Scrooge zu einem … ja, was ist eigentlich das Gegenteil von einem Scrooge?

Alexa, spiel „Winter Dreams“ von Kelly Clarkson.