Vielleicht hätte ich doch meinem ersten Impuls Anfang des Monats folgen sollen: Wegfliegen, Weihnachten überspringen!

Dann hätte ich bestimmt nicht so die Kontrolle über mich verloren. Seit einer Woche laufe ich jetzt schon herum wie ferngesteuert. Mit meinen Gedanken bin ich ständig woanders – und dabei immer irgendwie bei Julie.

Rational erklären kann ich mir das nicht so recht. Sonst hat mich Julie eher aufgeregt mit ihrer Aufgedrehtheit und ihrer Vorliebe für Kitsch.

Wobei, wenn ich ganz ehrlich bin: Hübsch habe ich sie schon immer gefunden, ihre Stimme (also ihre Sprechstimme, nicht ihre Summstimme) hat schon immer ein angenehmes Kribbeln hervorgerufen.

Außerdem hat mir stets imponiert, wie sie mit den anderen Kollegen umgeht. Für jeden hat sie ein nettes Wort, zu jedem ist sie freundlich und lieb – auch zu den nervigen und anstrengenden Leuten.

Oh Mann, wenn ich es mir recht überlege, war ich schon die ganze Zeit in sie verliebt – nur habe ich es mir bis vor wenigen Tagen stets erfolgreich ausgeredet.

Siri, spiel „1000 und 1 Nacht“.