„Du strahlst ja über beide Ohren! Wer ist denn der Glückliche?“
Das war das Erste, was meine Mutter heute zu mir gesagt hat, als ich sie zum Weihnachtskonzert in der Kirche abgeholt habe.
Meine Mutter hatte schon immer einen feinen Riecher für Statusveränderungen in meinem Liebesleben.
Ich hab ihr also die ganze Story erzählt: Vom zufälligen Treffen in der Sauna, von der ersten Annäherung auf dem Weihnachtsmarkt (und dem anschließenden Fiasko auf dem Riesenrad), von der Riesenenttäuschung nach dem Gespräch mit dem Chef und natürlich von der Riesenüberraschung auf der Weihnachtsfeier.
„Und was willst du dann mit deiner alten Mutter auf dem Weihnachtskonzert? Solltest du den Abend nicht lieber mit deinem Eric verbringen?“
So ist sie, meine Mutter. Sie kann es nicht erwarten, dass ihre 30+ Tochter endlich unter die Haube kommt – und um die Chancen auf eine schnelle Hochzeit zu erhöhen, würde sie sogar ihr hochgeliebtes Weihnachtskonzert sausen lassen, oder eben notfalls alleine hin.
Dass ich den ganzen Heiligabend mit Eric verbringen werde, hat sie dann aber wieder etwas beruhigt.
Ganz abgesehen davon: Ich freue mich immer mindestens genauso auf das Weihnachtskonzert in der Kirche wie meine Mutter. Es ist jedes Jahr eine wunderbare Mischung aus traditionellen Stücken wie „Leise rieselt der Schnee“, „O du fröhliche“ oder „O Tannenbaum“ und moderneren, rockigeren Sachen wie „Happy Xmas (War Is Over)“, „Joy To The World“ oder „Do They Know It’s Christmas?“.
Heute gab es als Zugabe einen irischen Weihnachtssong, der richtig unter die Haut ging.
Alexa, spiel „Fairytale Of New York“.

