Lust auf ein bisschen Halloween-Romantik mit Biss? Dann ist diese YA-Kurzgeschichte über die geheimnisvolle Luna Sibiu genau das Richtige.
In den Tagen vor Halloween posten wir hier kapitelweise die romantische Gruselstory Luna Sibiu von Mary Spiegel.

Wer die dänische Fassung lesen möchte, kann hier mitlesen.



Dass es Liebe auf den ersten Blick war, wäre vielleicht etwas übertrieben. Aber vom ersten Augenblick an zog sie mich magisch an. Nie zuvor hatte ich ein Mädchen getroffen, dass so komplett anders war.

Kurz nach den Herbstferien war sie im Schlepptau des Direktors vor unserer Klasse aufgetaucht.

„Das ist Luna Sibiu, eure neue Mitschülerin. Sie ist kürzlich mit ihrer Familie aus Rumänien zu uns in die Stadt gezogen.“ 

Schwarz. Das war das erste, was mir bei ihrem Anblick in den Sinn kam. Bei ihr war alles schwarz: Haare, Pullover, Fingernägel, Jeans, Stiefel.

Als der Direktor fragte, wer sich am Anfang ein bisschen um sie kümmern könnte, schoss mein Arm automatisch hoch. 

Sonst melde ich mich selten bis nie, aber da war es wie ein Reflex, den ich nicht unterdrücken konnte. Meine übereifrige Aktion heimste mir das anerkennende Lächeln des Direktors und das hämische, vielsagende Grinsen meiner Kumpels ein.

Viel wichtiger aber: Die Neue, Luna, lächelte mir zu, lief zum Tisch neben mir und setzte sich. Und nur das spielte für mich in dem Moment eine Rolle.

„Das ist süß von dir, dass du dich für mich gemeldet hast“, sagte sie und lächelte wieder. Sie hatte eine etwas raue Stimme, die eigentlich gar nicht zu ihrem sonst eher zierlichen Wesen passte. 

„Äh, ist doch Ehrensache“, stammelte ich verlegen und lächelte zurück. 

Während der ersten Stunde musste ich immer wieder zu ihr rübersehen. Sie hatte kastanienbraune Augen und schneeweiße Haut, fast transparent — an den Armen und Händen schimmerten deutlich die Adern durch. Ihre Nase war etwas zu groß für ihr schmales Gesicht und sie hatte buschige pechschwarze Augenbrauen. 

Erst als unsere Klassenlehrerin sagte, der Direktor hätte mit Kümmern keine Dauerbeobachtung gemeint — wieder höhnisches Gelächter von den Klassenkameraden, wieder ein entwaffnendes Lächeln von Luna — zwang ich mich, vor zur Tafel zu schauen.

„Habt ihr keine Schulbibliothek?“, fragte mich Luna enttäuscht, als ich ihr nach dem Unterricht die Schule gezeigt hatte. 

Ehrlich gesagt hatte ich ganz vergessen, dass wir eine Schulbibliothek haben. Sie liegt direkt neben dem Lehrerzimmer, und um beides mache ich normalerweise einen großen Bogen.

„Natürlich, haben wir. Wollte ich dir als Nächstes zeigen“, sagte ich schnell und brachte Luna zur Bibliothek. 

Bibliothek ist eigentlich zu viel gesagt: Es sind drei wackelige Bücherregale in einem fensterlosen Raum. Wenn man etwas ausleihen möchte, muss man im Lehrerzimmer nachfragen und hoffen, dass jemand Zeit hat, den Bibliothekar zu spielen.

„Alle Achtung, Anton! Du nimmst das mit der Betreuung aber sehr ernst. Bravo!“, lachte meine Klassenlehrerin und schloss uns den Bücherraum auf. „Seht euch in Ruhe um. Ich warte nebenan“, sagte sie augenzwinkernd und ließ mich und Luna allein.

Luna steuerte auf das erste Regal zu und sah sich die Titel an. Ab und zu zog sie ein Buch heraus und nahm es in die Hand.

„Ich lese für mein Leben gern, Anton. Wenn ich abends nicht mindestens eine Stunde gelesen habe, kann ich nicht einschlafen. Und morgens stelle ich den Wecker immer eine halbe Stunde früher, damit ich vor der Schule noch ein bisschen weiterlesen kann. Liest du auch gern, Anton?“, fragte sie, während sie ihren Blick über die Buchrücken streifen ließ. 

„Klar“, log ich. Mir gefiel, wie sie in jedem zweiten Satz meinen Namen wiederholte. In Wirklichkeit las ich nur die Sportnachrichten freiwillig, aber das hätte sie wahrscheinlich wenig beeindruckt. 

Als sie mit dem dritten Regal fertig war, hatte sie einen ansehnlichen Stapel auf dem Arm — meistens alte Schinken mit schwarzem Einband. 

Unsere Klassenlehrerin staunte nicht schlecht, als Luna ihr diesen Stapel zur Ausleihe präsentierte.

„Da hast du ja unsere ganze Sammlung an Schauerromanen herausgefischt: Dracula, Frankenstein, Dr. Jekyll und Mr. Hyde! Du lieber Himmel! Gruselstoff für ein ganzes Jahr!“, lachte sie und stempelte die Bücher ab.

Ich wunderte mich etwas, dass Luna so auf alten Gruselkram stand. Trotz ihrer offensichtlichen Vorliebe für die Farbe schwarz wirkte sie auf mich so zart, fast schon schutzbedürftig. Dass sie noch vor dem Frühstück in Horrorromanen schmökerte, schien mir nur schwer vorstellbar.

Als hätte sie meine Gedanken gelesen, erklärte sie: „Weißt du, Anton, mein Alltag ist so langweilig und monoton. Ein Tag gleicht dem anderen. Jede Woche, jeder Monat verläuft nach dem gleichen Muster. Mit Bram Stoker oder Merry Shelley flüchte ich in eine aufregende Welt, in der jeden Moment etwas Unerwartetes und Spannendes passiert.“

Hm. Da hatte sie natürlich irgendwie recht. Auch bei mir verlief im Großen und Ganzen ein Tag wie der andere. 

Aber jetzt war endlich etwas „Unerwartetes und Spannendes“ in meinen eintönigen Alltag gekommen, nämlich sie — Luna Sibiu.

Wie sich herausstellte, war Luna in das alte Herrenhaus in meiner Nachbarstraße gezogen. Wir hatten also den gleichen Heimweg.

Kaum hatten wir das Schulgebäude verlassen, setzte sie ihre dunkle Sonnenbrille auf und holte einen schwarz-rot gestreiften Regenschirm aus dem Rucksack, den sie mit einer schnellen Bewegung aufspannte. Auf meinen verwunderten Blick — es war ein Bilderbuchnachmittag mit strahlendem Sonnenschein — erwiderte sie achselzuckend: „Sonnenallergie, Anton.“

Eine Weile liefen wir schweigend nebeneinander her. Ich hatte tausend Fragen. Was hatte es mit ihrem Faible für schwarz auf sich? Aber ich wollte nicht taktlos sein. Womöglich hatte es in ihrer Familie kürzlich einen Trauerfall gegeben, da war so eine Frage natürlich unpassend. 

Warum waren sie eigentlich aus Rumänien weggezogen? Ob sie dort wohl einen festen Freund hatte?

Die Frage nach dem Umzugsgrund schien mir am unverfänglichsten, aber wieder kam sie mir zuvor.

„Weißt du, Anton, Rumänien ist ein wunderbares Land. Meine Familie väterlicherseits stammt aus Siebenbürgen. Die Menschen dort sind so herzlich, die Landschaft ist einfach atemberaubend. Leider sind die Verdienstmöglichkeiten für meine Mama dort nicht so prächtig. Sie spricht nur gebrochen Rumänisch, musst du wissen. Ihre Muttersprache ist Deutsch. Also haben wir beschlossen, hier in ihrer Heimatstadt einen Neuanfang zu wagen.“

Als wir vor meinem Haus angekommen waren, gab sie mir zum Abschied die Hand. Sie fühlte sich an, als hätte sie den ganzen Heimweg einen Kühlakku gehalten. Trotzdem löste diese Berührung eine Wärme in mir aus, die bis jetzt vorhält.

„Die ist hundertprozentig ein Vampir“, rief Emily, als ich am nächsten Morgen beim Frühstück von Luna erzählte. Meine kleine Schwester ist gerade neun geworden und hat kürzlich die „Hotel Transsilvanien“-Filme angeschaut. Seitdem sieht sie an jeder Ecke Vampire und Monster.

„Wollen wir wetten?“, quäkte sie weiter. „Ganz in schwarz gekleidet, kreidebleich, fürchtet die Sonne, kann Gedanken lesen, kommt aus Transsilvanien. Hallo? Das muss ein Vampir sein!“

„Ihr Name klingt wirklich wie aus einem Dracula-Film“, lachte mein Vater. „Luna Sibiu!“

Ich wollte ihm gerade sagen, dass ich es für keine gute Idee hielt, Emily beim ihrem Vampir-Spleen auch noch zu ermutigen, als es an der Tür klingelte.

Vor der Haustür stand eine vollkommen entgeisterte Frau Schneider — die Nachbarin mit den vielen Katzen. Ihre Minka sei seit gestern Abend unauffindbar. Wir sollten ihr unbedingt sofort Bescheid geben, wenn wir sie sehen. 

Ich versicherte ihr, dass wir die Augen offen halten würden — machte mir aber keine weiteren Gedanken. Schließlich büchste ständig eine der unzähligen Schneider-Katzen aus und normalerweise tauchten sie innerhalb kürzester Zeit wieder auf — wie auch die eine oder andere fiese Hinterlassenschaft der Vierbeiner in unserem Garten. 

Als ich die Haustüre schließen wollte, fiel mein Blick auf Luna, die auf dem gegenüberliegenden Gehsteig lief. In dem Moment sah sie mich auch. Sie winkte und kam zu mir herüber.

Sie trug eine schwarze Lederjacke, eng anliegende schwarze Jeans und eine dunkle Sonnenbrille. Sie sah umwerfend aus.

„Guten Morgen, Anton. Wollen wir zusammen zur Schule laufen?“

Ich holte schnell meine Sachen. 

„Jede Wette!“, flüsterte mir Emily zu, die Lunas Auftritt von der Garderobe aus beobachtet hatte.

„Ist das deine Schwester, die uns vom Fenster aus beobachtet?“, fragte Luna, als wir ein paar Schritte gegangen waren.

Mir war gar nicht aufgefallen, dass sie uns nachspähte. 

„Hm. Emily heißt die kleine Nervensäge.“

„Da hast du Glück, Anton. Ich habe mir auch immer Geschwister gewünscht. Leider ist nichts draus geworden. Kann ganz schön einsam sein, so als Einzelkind.“

„Naja, so eine kleine Schwester kann auch ganz schön nervtötend sein. Zurzeit hat sie zum Beispiel einen Vampirfimmel. Sie sieht überall Blutsauger. Stell dir vor, sie hält sogar dich für einen, ist das nicht witzig?“ 

Lunas Blick war auf einmal traurig und wehmütig. Ich bereute sofort, dass ich diesen Vampir-Unsinn erwähnt hatte. 

„Weißt du, Anton, als Rumänin bin ich Vorurteile gewohnt.“

„Entschuldige, Luna, ich wollte nicht …“, fing ich an, aber sie unterbrach mich gleich.

„Du musst dich nicht entschuldigen, Anton. Dass ich für einen Vampir gehalten werde, gehört noch zu den harmloseren Verdächtigungen.“

Ich wollte etwas sagen, um meine unbedachte Bemerkung wieder gut zu machen, die ganz offensichtlich eine wunde Stelle bei ihr getroffen hatte. Aber auf die Schnelle fiel mir nichts ein, und außerdem hatte ich Angst, gleich in das nächste Fettnäpfchen zu treten. 

Also nahm ich einfach ihre Hand. Wie am Vortag war sie eiskalt.

Wir sprachen nicht mehr, gingen einfach schweigend nebeneinander her.

Vor dem Schulhof fuhr unsere Klassenlehrerin auf dem Rad an uns vorbei und rief uns ein „Schönen guten Morgen ihr zwei“ entgegen. Jetzt schauten auch meine Kumpels, die im Hof kickten, zu uns rüber.

„Lässt nichts anbrennen, unser Anton“, lachte Felix und die anderen feixten mit. Erst in dem Moment merkte ich, dass wir Händchen haltend im Pausenhof standen. Peinlich berührt von der plötzlichen Aufmerksamkeit ließ ich ihre Hand los. 

Als wir im Klassenzimmer angekommen waren, drehte sie sich kurz zu mir. Ihre Augen glänzten und ihre sonst so weißen Wangen glühten nun hellrot: „Danke, Anton“, sagte sie leise.

Felix, der in der Reihe vor uns sitzt, äffte Luna augenrollend nach — zur großen Freude seiner Banknachbarn, die sich gar nicht mehr einkriegen wollten. Luna warf den Jungs bitterböse Blicke zu und überschüttete sie mit rumänischen Flüchen. Erst als unsere Klassenlehrerin hereinkam, beruhigten sich alle wieder einigermaßen.

In der letzten Stunde hatten wir Sport. Die Lehrerin der Mädchen macht immer früher Schluss, deswegen konnte ich nicht — wie ich eigentlich gehofft hatte — zusammen mit Luna nach Hause laufen.

Irgendwie stimmte mich der Gedanke, dass ich Luna nun erst nach dem Wochenende wieder sehen würde, etwas traurig. Während des Schultages hatten wir keine Gelegenheit mehr gehabt, richtig miteinander zu sprechen — und es gab so viel, was ich sie fragen und ihr erzählen wollte. 

Aber ich wusste ja, wo sie wohnte. Wie sie wohl reagieren würde, wenn ich unangekündigt bei ihr auftauchte? 

Meine Gedankenspiele wurden von einer laut schluchzenden Frau Schneider unterbrochen, die gerade dabei war, Zettel mit Fotos von drei ihrer Katzen an Laternenpfählen anzubringen.

„Jetzt sind Mina und Mona auch weg“, heulte sie. 

Sie sah furchtbar aus. Rot unterlaufene Augen, wild zerzaustes Haar. Sie tat mir richtig leid. Wegen meiner Katzenallergie gehe ich normalerweise auf Abstand zu Frau Schneider und ihren Katzen, aber jetzt, wo sie so verzweifelt war, tätschelte ich beruhigend ihre Hand und bot meine Hilfe beim Zettelaufhängen an.

Die letzten Exemplare von meinem Stapel hängte ich in der Parallelstraße auf, in der Luna wohnte. Kurz entschlossen steuerte ich auf ihr Haus zu — das alte Herrenhaus, das so lange leergestanden hatte. An der Fassade bröckelte an vielen Stellen der Putz ab. Die Dachziegeln waren stellenweise ganz mit Moos bedeckt. Und sämtliche Rollläden waren geschlossen, obwohl es noch früh am Nachmittag war. Es sah überhaupt nicht so aus, als wäre das Haus jetzt bewohnt. 

Etwas zögerlich ging ich zur Haustür. Auf dem Klingelschild stand „Familie Sibiu“. 

Kaum hatte ich auf die Klingel gedrückt, ging auch schon die Tür einen Spalt auf und Luna steckte ihren Kopf heraus. Sie schien überrascht, mich zu sehen. Aber das Funkeln in ihren Augen verriet auch, dass sie angenehm überrascht war. 

Ich hatte mir nicht überlegt, wie ich meinen plötzlichen Besuch begründen wollte. Ehrlich gesagt wusste ich selbst nicht genau, warum ich nun vor ihrer Haustür stand. 

„Entschuldige, Anton, dass ich heute Morgen in der Schule so aufbrausend war. Aber wenn ich etwas nicht ertragen kann, dann sind es Leute, die sich auf Kosten anderer lustig machen,“ fing sie an.

„Ach, gar kein Problem! Meine Kumpels schießen öfter mal übers Ziel hinaus. Ich, äh, also ich wollte fragen, ob du schon etwas vorhast am Wochenende? Also ich meine, ich könnte dir ja ein bisschen die Stadt zeigen oder so“, hörte ich mich selbst sagen.

„Wirklich, Anton? Du würdest mir etwas die Gegend zeigen? Das wäre fantastisch! Es gibt da nämlich einen Ort, der mich ganz besonders interessiert. Sagen wir morgen um acht bei mir?“

Ich nickte erleichtert und jubelte innerlich. Dann hatten wir also ein Date. Luna lächelte mir noch einmal zu, ehe sie die knarzende Tür mit einem „Bis morgen, Anton!“ schloss.

Am nächsten Morgen stand ich um Punkt acht bei ihr auf der Matte. Wie am Vortag waren sämtliche Rollläden geschlossen. Ich wartete noch einen Moment, dann klingelte ich. Stille. Ich klingelte noch einmal. Wieder Stille.

Wir hatten doch um acht Uhr abgesprochen. Oder hatte ich sie falsch verstanden? Hatte sie am Ende acht Uhr abends gemeint? Nein, das war unwahrscheinlich. Ein Stadtrundgang im Dunkeln?

Ich klingelte noch ein drittes Mal. Aber als sich wieder nichts tat, machte ich kehrt und lief nach Hause. Offensichtlich war ihr etwas dazwischengekommen.

Zuhause öffnete Emily die Tür, oder besser gesagt: Mavis Dracula. Sie war schon zum Frühstück in ihrem neuen Halloween-Outfit erschienen. Ich musste schmunzeln. So ganz in schwarz und mit weiß gepuderter Haut sah sie ein kleines bisschen wie eine jüngere Ausgabe von Luna aus. Laut hätte ich das natürlich nie gesagt. Emily nervte mich so schon die ganze Zeit damit, dass Luna ein Vampir sei.

„Und, hat dich deine Vampir-Freundin versetzt?“, nuschelte Emily durch ihre falschen Dracula-Zähne.

„Mag sein. Aber wie es aussieht, habe ich hier zu Hause ja gleichwertigen Ersatz“, entgegnete ich und kitzelte die kleine Nervensäge ordentlich durch.

Der Rest des Tages verging mit Vorbereitungen für den Halloween-Abend. Ich selber mache mir eigentlich gar nichts daraus. Aber meine kleine Schwester fährt voll darauf ab. 

Am frühen Nachmittag kamen ihre drei besten Freundinnen — zwei Wednesdays und eine Hexe — bei uns vorbei, um beim Kürbisschnitzen und Dekorieren zu helfen. Am Eingang stellten wir eine große Schüssel mit Süßigkeiten für die kleinen Trick-or-Treaters aus der Nachbarschaft bereit.

Gegen sechs zogen sie los — zogen wir los. Meine Eltern hatten mich nämlich dazu verdonnert, den Aufpasser zu spielen. 

Seitdem in der Nachbarschaft mehrere Katzen verschwunden waren, waren sie übertrieben vorsichtig. In unserem Kaff passierte sonst nie etwas. Da gaben ein paar entlaufene Katzen gleich Anlass zu den wildesten Spekulationen. Frau Schneider erzählte jedem, der es hören wollte (und allen anderen auch), dass skrupellose Tierfänger bei uns ihr Unwesen trieben — und solche Unmenschen würden bestimmt auch vor kleinen Kindern keinen Halt machen, fügte sie gegenüber meiner Mutter hinzu. Kein Wunder also, dass meine Eltern Emily nicht alleine auf Süßigkeiten-Jagd gehen lassen wollten.

Wir konzentrierten uns bei unserer Tour zunächst auf das Neubaugebiet. Da wohnen meistens Familien mit Halloween-begeisterten jungen Kindern. Nach drei Straßen waren die Taschen der Mädels bereits pickepackevoll mit Süßkram. 

Den anschließenden Schlenker durch den alten Ortsteil hätten wir uns sparen können. Entweder machten die Leute gar nicht auf, oder belehrten uns darüber, dass Halloween kein traditionelles Fest bei uns sei, sondern importierter Unsinn aus den USA, den sie keinesfalls unterstützen wollten. Ein älterer Herr drohte sogar mit der Polizei.

Etwas geknickt von dem Gegenwind, der uns am Ende unseres Rundgangs entgegenwehte, standen wir auf einmal in Lunas Straße. 

„Woah! Das sieht ja aus wie das Haus von der Adams Family,“ rief eine von Emilys Wednesday-Freundinnen und deutete auf Lunas Haus.

Sie hatte recht. Die Sibiu-Residenz war zwar nicht für Halloween geschmückt, aber im Mondschein versprühte das alte renovierungsbedürftige Herrenhaus mehr Halloween-Charme als alles andere, was wir an diesem Abend gesehen hatten. 

Im Erkerzimmer brannte Licht. Durch das schmutzige Fenster sah man jemanden in einem Sessel vor dem Kamin, der in einem Buch las. Genau war es nicht zu sehen, aber das musste Luna sein, die in einem der Gruselbücher aus der Bibliothek schmökerte.

Emily war inzwischen zur Haustür gelaufen und hatte geklingelt. Die schwarze Silhouette erhob sich aus dem Sessel und verließ das Zimmer.

„Süßes oder Saures“, riefen Emily und ihre Freundinnen, als Luna die Tür mit einem lauten Knarzen öffnete.

Luna wirkte einen Moment überrumpelt. Sie blickte drein, als stünden Außerirdische vor ihrer Tür. Aber sie fing sich schnell.

„Ach stimmt ja, heute ist Halloween. Das hatte ich ganz vergessen. Tut mir leid, aber wir haben nichts Süßes im Haus. Und auch nichts Saures“, sagte sie zu den drei Mädels, die nicht so recht wussten, ob Luna einen Witz machte oder ob sie tatsächlich keine Ahnung von den Halloween-Bräuchen hatte. 

Dann fiel Lunas Blick auf mich. Ihre braunen Augen leuchteten auf.

„Anton!“, rief sie überschwänglich. „Du bist ja pünktlich wie die Mauerer! Ich hole noch schnell eine Kleinigkeit, dann können wir los, ja?“, rief sie vergnügt, ehe sie rasch wieder die Tür zuzog. 

Also hatte sie doch acht Uhr abends gemeint. Irgendwie war ich erleichtert, dass sie mich nicht versetzt hatte, gleichzeitig war ich aber auch verwundert. Im Dunkeln und in der Kälte die Stadt besichtigen?

„Was soll’s! Dann ist sie halt eine Nachteule … oder eine Romantikerin“, dachte ich.

„Schräger Vogel, diese Luna“, lachte Emilys Hexenfreundin.

„Und ob!“, pflichtete meine Schwester bei. 

„Geh du ruhig auf dein Date mit Luna. Das letzte Stückchen bis nach Hause schaffen wir auch allein. Aber lass dich nicht beißen,“ lachte sie und zog mit ihren Freundinnen weiter.

Kaum war die Mädchengruppe um die Ecke, knarzte wieder die Tür und Luna kam heraus. Sie trug einen knielangen schwarzen Pelzmantel und eine Umhängetasche aus dunkelrotem Leder. Ihre Lippen und das Rouge auf ihren Wangen glänzten im gleichen Rotton wie ihre Stiefel.

„Wow! Du siehst bezaubernd aus, Luna! Möchtest du ins Kino, oder so? Ich kann mich schnell noch umziehen.“

„Danke, Anton“, gab sie schüchtern zurück. „Ich freue mich, dass du so pünktlich gekommen bist. So haben wir mehr vom Abend. Lass uns am besten direkt los.“

Ich sagte natürlich nichts davon, dass ich schon um acht Uhr morgens bei ihr war. Was hatte ich mir nur dabei gedacht? Ein Stadtrundgang am frühen Samstagmorgen war ja komplett daneben. Und wie sie gekleidet war, hatte sie auch gar keine klassische Stadtführung im Sinn, sondern eher irgendetwas Schickes.

„Ist es weit bis zum Friedhof?“, fragte sie auf einmal, als wir die ersten Schritte gegangen waren.

Sie sah mir an, dass ich von allen denkbaren Fragen mit dieser am wenigsten gerechnet hatte.

„Ich würde nämlich sehr gerne das Grab einer Verwandten besuchen, Anton. In meinem rumänischen Dorf sind wir immer am Vorabend des Allerheiligenfestes auf den Friedhof, um auf die Verstorbenen anzustoßen.“ 

Ein Besuch auf dem Friedhof entsprach natürlich so gar nicht meiner Vorstellung von einem Date, aber gut. Wie sagte mein Opa immer: Man muss die Feste feiern wie sie fallen — wo immer sie auch stattfinden mögen, ergänzte ich für mich. An diesem Abend wäre ich Luna überall hingefolgt.

Ich genoss diesen unverhofften Abendspaziergang. Um diese Zeit war in der Gegend um den Friedhof niemand mehr unterwegs. Es war fast, als wären wir allein auf der Welt: 

Nur Luna und ich. 

Wir liefen ganz dicht nebeneinander. Sie trug ein betörendes Parfüm.

„Es ist das Grab meiner Ur-Ur-Großmutter, das ich besuchen will. Ihr erstgeborener Sohn, mein Ur-Großvater, war damals als junger Mann nach Rumänien ausgewandert.“ 

Ich versuchte die vielen Urs in Zahlen umzurechnen. Vier Generationen zurück, also um die 120 Jahre. Gab es so alte Gräber auf dem Stadtfriedhof? Wenn überhaupt, dann in dem alten Teil, entlang der Friedhofsmauer. 

Wir begaben uns also dorthin. Hier waren die Grabsteine viel pompöser und prächtiger als auf dem neuen Friedhof, wo alles schlichter war und ein Grab dem anderen glich. Allerdings waren die alten Gräber nicht ordentlich in Reih und Glied angelegt, sondern kreuz und quer. Das hatte zwar seinen Charme, machte aber die Orientierung nicht gerade leichter.

Wie Luna in diesem Durcheinander und bei dem spärlichen Licht etwas finden wollte, war mir schleierhaft. Ich für meinen Teil hatte schon zu kämpfen, dass ich nicht über eine der vielen Wurzeln oder Steine stolperte. 

„Schwäble, Mechthild Schwäble — so hieß meine Verwandte“, sagte Luna, während sie sich erstaunlich sicher und schnell zwischen den alten Grabsteinen hin- und herbewegte.

Es dauerte nicht lange und sie rief mich aufgeregt zu sich: „Anton, komm schnell, ich hab’ das Grab gefunden!“

Ich tastete mich im Halbdunkel an der Friedhofsmauer entlang. Luna stand andächtig vor einem kleinen Grab, das mit einer schönen Engelsfigur verziert war. 

Mechthild Schwäble, geb. Sachs, 1820-1899“, stand auf der Tafel.

„So schließt sich der Kreis, Anton. Nach über hundert Jahren kommt die Ur-Ur-Enkelin zurück. Das müssen wir feiern!“

Sie holte ein kleines Fläschchen aus ihrer Tasche. 

„Auf die, die vor uns gekommen sind. Und auf die, die nach uns kommen!“, sagte sie, nahm einen Schluck und reichte mir das Fläschchen.

Auf dem Friedhof zu trinken schien mir fast ein Sakrileg, aber ich wollte nicht als Weichling erscheinen und schon gar nicht Luna vor den Kopf stoßen. Also trank ich. Sofort machte sich eine wohlige Wärme in mir breit.

Als ich ihr das Fläschchen zurückreichte, berührten wir uns. Ihre Hand war so eisig, dass ich erschrak.

„Du bist ja eiskalt, Luna! Komm, lass uns zurückgehen, du musst unbedingt ins Warme!“

Reflexartig fing ich an, ihre Arme zu reiben, um etwas Wärme in sie zu bekommen. Ich legte meinen Arm um sie und führte sie langsam zum Hauptweg. 

Auf einmal blieb sie stehen und küsste mich auf den Mund. Erst kurz und zögerlich. Dann noch einmal, länger und leidenschaftlich. 

Ihre halb gefrorenen Hände umschlossen meinen Nacken. Ihr Mund war brennend heiß. 

Ich war vollkommen überrumpelt, aber ich ließ mich gerne überrumpeln und versank ganz in ihrem frostig-feurigen Kuss.

Ich weiß nicht, wie lange wir dort auf dem Friedhof eng umschlungen standen. 30 Sekunden, 3 Minuten, eine halbe Stunde? Ich hatte jegliches Gefühl für Zeit und Raum verloren.

Als ich nach unserem innigen Kuss die Augen öffnete, dachte ich einen Moment, die Erde würde beben. Mir war so, als fingen die Grabsteine um mich herum an zu wackeln, als drehten sie sich, langsam wie die Pferde auf einem Kinder-Karussell. Dann aber immer schneller und schneller. Sie flogen hoch und stürzten wieder herab. Ich kniff die Augen zu und klammerte mich an Luna fest, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. 

Sie sagte etwas zu mir, aber ich verstand kein Wort. Ihre Stimme schien weit entfernt und klang auf einmal merkwürdig tief und verzerrt. 

Ich ließ mich auf den Boden sacken. Luna beugte sich rasch zu mir herunter. Ihr Gesicht war zu einer Fratze verzogen, die Konturen um sie herum verschwammen. 

Schließlich wurde alles schwarz.

Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf einer Matratze in einem leeren Raum. Mir brummte der Schädel, als hätte mir jemand eine mit einem Baseballschläger verpasst. 

Aus einem der Nebenräume drang ein lautes, schrilles Weinen, das mir wie Nadelstiche durch den Kopf fuhr. 

„Luna? Bist du da, Luna?“, rief ich.

Ich kämpfte mich hoch und lief schwankend durch den Gang auf das Geräusch zu. Es klang so, als würden alle Babys einer Säuglingsstation gleichzeitig weinen.

Wo war ich nur? Wo war Luna abgeblieben? Und warum kümmerte sich niemand um diese herzzerreißend schreienden Babys? 

Vorsichtig öffnete ich die Tür.

Jetzt war das Geheule ohrenbetäubend. Ich brauchte einen Moment, um das Bild zu verarbeiten, das sich mir nun bot. 

Es waren keine Babys, die da schrien, sondern ein ganzes Rudel Katzen, die in einen kleinen Käfig gepfercht waren. 

Ich machte das Licht an. Die Tiere waren übel zugerichtet. Ihr Rückenfell war abrasiert und an den kahlen Stellen waren blaue Flecken zu sehen. 

Gegenüber vom Käfig stand ein Regal mit Reagenzgläsern, die eine rötliche Flüssigkeit enthielten.

Ich musste würgen. Ohne zu wissen wie, war ich also im Haus der Tierfänger gelandet, die offensichtlich auch üble Tierquäler waren. 

Schnell lief ich zum Fenster und zog das Rollo hoch. Zum Glück befanden wir uns im Erdgeschoss. Der Fluchtweg war also kein Problem: Ich öffnete erst das Fenster und dann den Käfig. In null Komma nichts waren die Katzen maunzend und jaulend in die Freiheit entflohen. 

Gerade wollte ich ihnen durch das Fenster folgen, da hörte ich eine raue Stimme hinter mir.

„Das hättest du nicht tun dürfen, Anton.“

Ich drehte mich um. In der Tür stand Luna. Ihre Augen funkelnden böse, ihre Gesichtszüge waren auf einmal verbittert und hart. 

Ich kletterte durch das Fenster und rannte los. Das heißt, ich wollte rennen. Aber meine Beine hörten nicht auf mich. Wie sehr ich mich auch anstrengte, ich kam nicht vom Fleck. 

Luna beobachte seelenruhig meinen verzweifelten Fluchtversuch — wie ein Raubtier, das sich seiner Beute sicher ist. Dann stürzte sie sich auf mich.

„Anton! Willst du nicht aufstehen, es ist schon fast Mittag!“, rief meine Mutter aus der Küche. 

Langsam kam ich zu mir, und langsam kamen die Erinnerungen vom Vorabend hoch. Da war der Spaziergang auf dem Friedhof, das wärmende Getränk, das mir Luna gegeben hatte, der leidenschaftliche Kuss — gefolgt von einem ersten Filmriss.

Dann das Haus mit den rasierten jaulenden Katzen und einer vollkommen veränderten Luna, die mich jagte und sich auf mich stürzte — zweiter Filmriss.

War das alles wirklich passiert? Oder war es nur ein böser Traum? Wie war ich überhaupt nach Hause gekommen?

„Also wenn du jetzt nicht gleich runterkommst, werde ich böse, Anton! Wer sich betrinken kann, kann auch zu einigermaßen christlichen Zeiten aufstehen“, schimpfte mein Vater.

Ich zwang mich hoch und ging ins Badezimmer. Mein Spiegelbild ließ mich zusammenzucken. Meine Augen waren rot unterlaufen, mein Gesicht und Oberkörper mit roten Stellen übersät. Außerdem juckte alles ganz furchtbar. 

„Oh je, wie du aussiehst! Als hätte dich Luna nicht nur einmal gebissen!“, grinste Emily am Mittagstisch. 

„Diese Luna ist ein ganz feines Mädchen. Wie die sich um dich gekümmert hat, Anton. Das machen nicht alle Mädchen, ihre betrunkenen Klassenkameraden nach Hause schleppen!“, sagte mein Vater. 

„Was ist da nur in dich gefahren, dich so zu betrinken! Was muss denn diese Luna von dir denken“, krittelte meine Mutter.

Also hatte mich Luna nach meinem ersten Filmriss nach Hause gebracht. Und alles danach war nur ein Alptraum?

Ich musste unbedingt zu Lunas Haus. Gleich nach dem Essen ging ich los.

Auf der Straße kam mir eine gut gelaunte Frau Schneider entgegen: „Stell dir vor, alle Ausreißer sind wieder da. Haben sich wohl in fremden Revieren herumgetrieben und mit anderen Katzen gefetzt, die kleinen Racker.“

„Freut mich sehr, Frau Schneider“, erwiderte ich und ging schnell weiter. In ihrer Nähe juckte mein Ausschlag irgendwie noch heftiger.

Bei Lunas Haus waren wieder alle Rollos unten. Langsam ging ich zur Tür. Mein Herz pochte wild. Gleich würde ich ihr gegenüberstehen.

Das mit der Katzenblut trinkenden Luna war nichts weiter als ein fiebriger Traum, ausgelöst von dem Rausch, den mir dieser starke Drink beschert hatte. Da war ich mir ganz sicher.

Gleich würde ich die bezaubernde Luna wiedersehen. Wir würden uns umarmen und den leidenschaftlichen Kuss vom Friedhof fortsetzen.

Ich klingelte. 

Ich klingelte ein zweites Mal, ein drittes Mal. Nichts passierte.

Am nächsten Tag ging ich wieder bei ihr vorbei — ohne Erfolg. In der Schule wusste auch niemand, wo sie abgeblieben war.

Meine Sehnsucht nach ihr wuchs mit jeder Stunde. Wieso meldete sie sich nicht? Empfand sie doch nichts für mich? Und was war das dann mit ihren verliebten Blicken, mit dem Kuss?

Vielleicht war am Ende irgendetwas passiert. Ein Unfall im Haus? Ich musste zu Luna. Wenn mir wieder keiner aufmachte, würde ich eben etwas nachhelfen.

Ich packte den kleinen Werkzeugkoffer in den Rucksack und machte mich auf den Weg zu ihr. 

Als ich auf die Klingel drücken wollte, fiel mir auf, dass ihr Name nicht mehr auf dem Schild stand.

Im nächsten Moment ging die Tür auf. Heraus kam ein Mann mit einer Bettmatratze, die er auf die Ladefläche eines gegenüber parkenden Lieferwagens schmiss. Dann kamen zwei Männer hinterher.

Ich musste schlucken. Sie trugen einen großen Käfig vor sich her. 

Vor meinem inneren Auge liefen wieder die Szenen mit den jaulenden Katzen ab.

„Alles in Ordnung mit dir, Junge? Du bist ganz blass“, sagte einer der Männer. 

„Geht schon wieder. Wissen Sie, wo die Familie hinzieht?“ 

„Keine Ahnung. Wir sind nur fürs Entrümpeln zuständig. Aber eine Familie hat hier sicher nicht gewohnt. Bis auf das bisschen Kram hier stand die Wohnung so gut wie leer. Hast du vielleicht Verwendung für diese Bücher? Sonst landen die auch auf dem Müll.“

Er hielt mir den Stapel hin, den Luna von der Schulbibliothek ausgeliehen hatte.

Ich nahm die Bücher gedankenverloren entgegen und ließ mich auf den Stufen vor der Tür nieder. 

Tausend Gefühle tobten gleichzeitig in mir. Aber eines war besonders stark: Egal was auch passiert war, ich verspürte nach wie vor eine unbändige Sehnsucht nach ihr.

Während der Lieferwagen langsam losfuhr, schnappte ich mir ein Buch und schlug es auf. Es roch nach Luna. Ich strich sanft über die erste Seite und fing an zu lesen.

Inzwischen sind viele Monate vergangen. Ich habe jedes ihrer Bücher gelesen — sind sie doch das einzige, was mir von ihr geblieben ist. Bei der Lektüre fühle ich mich ihr besonders nahe. Manchmal ist mir dann fast so, als säße sie neben mir.

Bis zur letzten Seite des letzten Buches hatte ich gehofft, dass sie vielleicht irgendwo eine Nachricht für mich versteckt hätte. 

Es gab aber keine Nachricht. Luna ist so plötzlich aus meinem Leben verschwunden, wie sie gekommen ist. Aber es vergeht kaum eine Nacht, in der ich nicht von ihr träume — und fast immer ist es die bezaubernde Luna, die mich dann besucht.